Blood, Sweat & Tears – Woodstock der Blasmusik

Da freut man sich fast ein ganzes Jahr auf ein bestimmtes Ereignis und kaum hat man „Nein, wir spielen nicht drüber!“, 24mal gesagt, ist es schon wieder vorbei!

Die Schlacht ist geschlagen. Vergangenes Jahr wars eine Schlammschlacht. Dieses Jahr war uns der Wettergott gewogen und hat uns mit Sonnenschein von einem strahlend blauen Himmel verwöhnt. Und ungetrübtem Sonnenschein. Mit ohne Wind. Was die Temperaturen dazu veranlasst hat zu steigen und zu steigen und weiter zu steigen. Gutes Wetter schafft auch gute Stimmung! Eigentlich überall.

So konnte man dieses Jahr unzählige Gäste musizierend in der Antiesen beobachten. Oder plantschend am Woodbeach. Gemütlich im Schatten sitzend ein kühles Getränk geniesen. Nicht so die vielen, vielen fleißigen Helferleins, die im Hintergrund damit beschäftigt waren, dass alles so rennt wie es eben rennen soll. Reibungslos. Was haben wir geschwitzt! Hinter, neben, vor und auf den Bühnen. Ich hab in den vier Tagen so vielen Männern nasse Shirts ausgezogen wie mein ganzes bisheriges Leben zusammengerechnet nicht. Und das ohne jeden Hintergedanken! Man konnte gar nicht so viel Wasser nachfüllen wie man rausgeschwitzt hat. Es gab kein Entrinnen. Schönes Wort in dem Zusammenhang. Erst ab 22:00, wenn die schwarze Luft endlich da war, war mit Abkühlung zu rechnen. Bis dahin war der T-Shirt Verschleiß enorm. Soviel also zum Schweiß.

Das mit dem Blut hat sich glücklicherweise in Grenzen gehalten. Ich kann von keinen handgreiflichen Zwischenfällen aus den Reihen der Gäste berichten. Es ist eben das friedlichste Musikfestival wo gibt. Allerdings war das Gelsenaufkommen hoch! Für die bundesdeutschen Freunde: Stechmücken. Ganz hinterfotzig sind sie förmlich über uns hergefallen, kaum dass die Sonne Anstalten gemacht hat unterzugehen. Ich hab bei 30 Stichen am Rücken aufgehört zu zählen.

Tränen hab ich immer dann in den Augen wenn tausende Gäste zu ihren Instrumenten greifen und gleichzeitig gemeinsam musizieren. Das Gesamtspiel ist ein beeindruckendes, einzigartiges Schauspiel, bei dem man Jahr für Jahr sieht wie sehr Musik verbindet. Nochmal feuchte Augen sind garantiert wenn es dann am Sonntag ans verabschieden geht und das Ereignis, auf das man sich ein Jahr gefreut hat wieder vorbei ist. Nicht für alle! Weil nach dem Woodstock ist für viele vor dem Woodstock und schon kurz nachdem die letzten Töne verhallt und der letzte Gast das Gelände verlassen hat beginnen die Ab-, Um- und Aufbauten für das nächste Ereignis. Es ist mir schleierhaft woher man nach bereits kräftezehrenden Wochen der Schwerarbeit noch Reserven mobilisieren kann! Ich bin ja jetzt erst mal eine Woche müde und ich war nur fünf Tage dort!

Es erfüllt mich Jahr für Jahr mit Stolz ein kleines Rädchen in der großen Woodstockmaschine sein zu dürfen. Nichts ist so anstrengend. Aber nichts ist auch gleichzeitig so beglückend. Ich bin dankbar für die Erfahrungen, die Freundschaften, den Zusammenhalt und die Erkenntnis, dass Blasmusik soviel mehr ist, als das was man vom örtlichen Volksfest kennt und ich werde nicht müde diese Botschaft in die Welt zu tragen. Love, Peace & Blasmusik.

 

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