Ausgebremst

Eigentlich hatte das Jahr echt gut angefangen. Eigentlich! Nachdem 2018 relativ chaotisch geendet hat und vieles erst wieder eine geregelte Bahn finden musste, gings wirklich gut los! Ich war voll motiviert mich der neuen Herausforderung zu stellen, meine neue selbstständige Selbstständigkeit anzunehmen und das Beste draus zu machen.

Als Mutter selbstständig zu sein hat so seine Vorteile. Man muss sich zum Beispiel keinen Pflegeurlaub nehmen wenn der Sposs mal kränkelt. Man muss nicht um Punkt Acht irgendwo auftricksen, außer man hat ein eigenes Geschäft mit fixen Öffnungszeiten, was ich nicht habe. Man kann kommen und gehen wann man will. Theoretisch! Der Nachteil an der Selbstständigkeit als Mutter ist nämlich, dass man sich keinen Pflegeurlaub nehmen kann und niemand die Arbeit erledigt, die erledigt werden muss damit sich das Ding irgendwie finanzieren lässt. Da ist man dann auf den guten Willen und grenzenloses Verständnis seitens der Kundschaft angewiesen und auf ein funktionierendes Netzwerk aus Freundinnen und Oma/Opa, die den Ableger trotz Fieberschüben hüten. Der Nachteil an der Selbstständigkeit ist nämlich, dass am Ende des Monats kein fixes Gehalt am Konto landet, die laufenden Kosten aber trotzdem laufen. Ob es nun ein guter oder schlechter Monat war, ist der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft herzlich egal. Wie auch dem Finanzminister und der Hausverwaltung. Naja. Das weiß man ja eh alles vorher. Irgendwie.

Jetzt wo ich das so schreibe, fällt mir auf, dass sich das mit der Selbstständigkeit ungefähr so verhält wie mit der Mutterschaft! Da sagt einem auch jeder vorher wie super das nicht alles ist! Diese Freiheit! Unbezahlbar. Stimmt genau. Du kannst dir alles selber einteilen! Naja fast. Wirst sehen, Kinder geben so viel zurück! Wann, wieviel und was frag ich mich. Mit Kindern ist man viel augeglichener! Naja finanziell mal nicht, soviel steht fest. Und sonst eigentlich auch nicht. Die freie Zeiteinteilung ist eine glatte Lüge. Vielmehr eingeteilt werden kann man eigentlich nicht. Und dann erntet man im Kindergarten noch böse Blicke, weil man nicht sofort aufspringt und Hurra schreit, wenn gefragt wird wer die vereinte Brut auf dem und dem Ausflug „freiwillig“ beaufsichtigen will und man sagt, dass man arbeiten muss, weil man kann sichs ja eh einteilen. Mhm.

Die Krux an meiner Selbstständigkeit ist grad die, dass das eigentlich immer gesunde, gut gelaunte, relativ entspannte, mittelgroße Kind seit fast durchgehend drei Wochen zuhause ist. Zuerst wurde es von einer boshaften Ohrenentzündung niedergestreckt, just in der Woche VOR den Semesterferien, dann waren besagte Ferien und nun hat es Fieber. Warum weiß keiner. Einfach so. Von jetzt auf jetzt. Und schon werden wieder Termine verschoben, wird um Nachsicht gebeten und werden Worst Case Pläne geschmiedet. Wer kann wann wie zur Krankenpflege einspringen, damit die ehrwürdige Frau Mutter mal ein paar Stunden arbeiten kann.

Den Schwung mit dem ich das Jahr begonnen hatte, hab ich leider etwas verloren im Gleitstück. Aber es liegen ja noch mehr als dreiviertel der Strecke vor mir! Da geht schon noch was. Tiefe Hocke, Druck aufn Tal-Ski und auf gehts!

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