Nix los

Ich schmökere so durch meine abonnierten WordPress Seiten und denk mir: „Boa eh. Was die alle erleben!“ Ich lese von Marathonläufen und Städtereisen. Von neuen Videospielen und Mamaerlebnissen. Alle erleben irgendwas. Nur ich nicht!

Stimmt so ja eigentlich gar nicht. Ich lebe, also erlebe ich auch. War das jetzt philosophisch oder was? Fakt ist, ich verbringe relativ viel Zeit mit dem mittelgroßen Kind. Das allein ist manchmal schon ein Erlebnis für sich. Aber halt eher semiaufregend. Es malt sehr viel zur Zeit und das in erster Linie allein. Früher durfte ich noch aushelfen, wenns haarig wurde und mal einen Schmetterling malen oder so. Zur Unterstützung. Aber auch das ist vorbei! Das macht es jetzt selber. Ich bin zur Zeit mehr so der Futterlieferant und befolge Anweisungen wie: „Mama, ich brauche mehr Papier.“, oder „Mama, kannst du mir bitte den Stift spitzen.“ Semiaufregend. Das Highlight der vergangenen Tage war, dass wir einem Einhorn aus Gummi dabei zugesehen haben, wie es aus einem Ei geschlüpft ist. Für das mittelgroße Kind war das schier nicht auszuhalten, weshalb es jeden Tag um 5:30 munter war um zu sehen ob es denn endlich geschlüpft wäre. An Tag fünf hab ich mich als Geburtshelfer betätigt und etwas nachgeholfen. Irgendwann muss man auch wieder schlafen können!

Und sonst so? Ja eh. Der Mann und ich waren vor ein paar Wochen in Hamburg! Das war eigentlich ein echtes Highlight. Warum hab ich darüber nichts geschrieben? Man weiß es nicht. Dabei war das ein wirklich schönes Wochenende! Wir haben Freunde getroffen, waren in Kinky Boots, sind kreuz und quer durch die Stadt gegangen, haben Fischbrötchen gegessen, waren Schifferl fahren auf der schönen Elbe, haben die Elbphilharmonie besichtigt und waren am Imagine Dragons Konzert, weswegen wir eigentlich dort waren. Aber hab ich darüber geschrieben? Nein.

In den Pfingstferien waren wir mit dem mittelgroßen Kind und dem halbgroßen Kind in der Amethistenwelt in Maisau und haben eine Stunde lang im Dreck nach lila Steinfragmenten gewühlt. Also Amethisten geschürft. Das war ein wirklich feiner Familienausflug, auch wenn er anderes geplant war. Weil eigentlich wollten wir nach Edelsteinen suchen im Abenteuerland Pielachtal, was aber dadurch vereitelt wurde, dass ich der Ansicht war der Pfingstdienstag sei ein Ferientag und das Abenteuerland wäre somit geöffnet. Dem war aber nicht so, weil der Ansicht der Betreiber nach mit Schulferien nur die Sommerferien gemeint sind. Spontane Planänderung, was will man sonst machen mit zwei halbwegs enttäuschten Kindern im Auto nach einer Stunde Fahrzeit. Nach einem Zwischenstop in einem Sankt Pöltner Park mit genialem Spielplatz und einem kindgerechten Mittagessen beim goldenen M hatte Dr. Google die Lösung für den missglückt geglaubten Ausflugstag. Also die maulende Brut ins Auto gepackt und ab in die Amethistenwelt. Sehr viel Gegend. Sehr schön. Sehr interessant. Sehr zu empfehlen mit mittelgroßen und halbgroßen Kindern. Aber hab ich darüber geschrieben? Nein. Und warum nicht? Keine Ahnung!

Am vergangenen Wochenende war ich im Backfieber. Sehr zum Unmut des mittelgroßen Kindes, weil für seine Bedürfnisse nur wenig Spielraum war. Da muss man halt manchmal durch! Zwei Torten in zwei Tagen. Viele, viele Eier von sehr glücklichen Hühnern hab ich da verarbeitet. Hab Schokolade geschmolzen und Erdbeeren geschnitten. Hab Mehl gesiebt und Butter schaumig geschlagen. Und ich hab eine Menge Lob für meine Mühe kassiert. Was mich sehr gefreut hat, weil nichts ist schöner als wenn es den Leuten schmeckt. Aber hab ich darüber geschrieben wie ich diese Torten fabriziert habe um andere vielleicht zum Nachmachen zu animieren? Nein. Und wieso nicht? Weil ich nicht blöd bin und meine Rezepte schön für mich behalte. Denkt euch selber was aus! Außerdem hab ich Sirup gemacht. Minz-, Vanille- und Zitronenmelissensirup. Verrat ich auch nicht. Sicher nicht!

Bei der Geburtstagsfeier zu der ich eine der Torten mitgenommen habe, hab ich so viele liebe Leute wieder getroffen, die ich teilweise schon sehr lang nicht gesehen hatte. Ein Highlight! Ein weiteres Highlight war, dass ich eine Namensvetterin kennengelernt habt. Das allein wäre nicht so außergewöhnlich. Aber wir haben auch am selben Tag Geburtstag! Jetzt mal ehrlich, wie wahrscheinlich ist das?! Das war eigentlich ein sehr schönes Erlebnis! Abgesehen von der Bekanntschaft, die das mittelgroße Kind mit einer Brennessel gemacht hat, was aber die Heimfahrt verkürzt hat, weil wir über die Wirksamkeit von diversen Pflanzen gesprochen haben und darüber warum wir aus den gepflanzten Ringelblumen vom letzten Kindergeburtstag keine Salbe machen. Also positiv obwohl negativ.

Wenn ich so überlege, erleb ich eigentlich echt viel! Und ich sollte das wirklich alles aufschreiben, damit ich mich dran erinnern kann wenn mich wer fragt was so los ist und ich nicht, wie sonst immer: „Nix.“, sag.

 

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