Einzelkind mit Geschwisterhintergrund

Ich habe einen ganzen Haufen Geschwister. Halbe und volle und angeheiratete. Und trotzdem bin ich als Einzelkind aufgewachsen. Erstaunlich, gell!

Ursprünglich waren wir zu dritt. Wobei meine Vollgeschwister 12 bzw. 8 Jahre älter sind. Somit hab ich als ausgewiesener Nachzügler nicht so wahnsinnig viel von ihnen mitbekommen in meiner Kindheit. Praktischerweise waren sie zum Zeitpunkt meiner Geburt schon so gut geschult in Sachen Hausarbeit, dass ich fein aus dem Schneider war. Als ich dann vermehrt als Abtrocknungsgehilfe eingesetzt hätte werden können, wurde ein Geschirrspüler angeschafft. Schöne neue Welt!

In meiner Teenagerzeit gab es dann einige familiäre Umstrukturierungen und so wurden aus den ursprünglichen zwei Geschwistern, im Lauf der Jahre fünf. Das wäre im Normalfall, so mit alle unter einem Dach, sicher mordsanstrengend gewesen! Allein der Gedanke, ruft klaustrophobische Zustände hervor. Noch dazu mit den Massen an Elternteilen! Dazu kam es aber natürlich nie. Die Ältesten waren schon lange erwachsen und aus dem Haus, die Jüngsten waren gut verwahrt bei der zuständigen Erzeugerfraktion und die Mittlere war gar in ein anderes Bundesland ausgelagert. Nicht absichtlich. Sie wohnt halt einfach schon immer in Wien. Trotz dieser Vielzahl an  Geschwistern, war ich immer noch Einzelkind. Also nicht, dass mich das gestört hätte. Das war schon fein so! Sie waren ja alle da! Nur eben nicht ständig.

Anfang 20 hab ich eine zeitlang mit der mittelgroßen Schwester zusammengewohnt. Das hat tadellos funktioniert, da waren wir aber auch beide schon erwachsen und mussten nicht um Barbiepuppen streiten. Zwei Einzelkinder unter einem Dach. Zusammen wenn wir es wollten und trotzdem genug Raum für jede. Das war eine schöne Zeit!

Geschwister durch Zufall, Freunde aus Wahl. Meine Geschwister bereichern mein Leben. Ich werde zwar immer „die Kleine“ bleiben aber es gibt wahrlich schlimmeres. Abtrocknen zum Beispiel! Wir sehen uns nicht oft. Aber wenn, dann ist diese Zeit immer sehr intensiv. Meine Geschwister sind meine Ankerpunkte. Jeder ist für sich besonders und akzeptiert die Eigenheiten der anderen. Wir sind uns nichts neidig. Heute wohnen wir zwar alle innerhalb Österreichs aber trotzdem nicht um die Ecke. Vielleicht ist die gesunde Distanz genau der Grund warum wir uns so gut verstehen. Zuerst durch den teils großen Altersunterschied begründet und dann durch die räumliche Entfernung, sind sind wir uns trotzdem nah. Im Herzen. Und das ist eigenlich alles was zählt.

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