Schneeflöckchen

Es hat geschneit. Ahhhh. Wie herrlich frisch das aussieht! Eine wunderschöne, weiße Decke hat sich über die Stadt gelegt. Fröhlich tanzen die Flocken vom Himmel. Fröhlich tanzt das mittelgroße Kind durchs Wohnzimmer. Ich steh am Küchenfenster und lächle, mit einem heißen Kaffee in der Hand, dem Winter ins Gesicht. Die Idylle ist kaum auszuhalten!

Zwei Stunden später, das mittelgroße Kind hüpft bereits seit einer Stunde mit ihrer Susu durch den Schnee, verlasse auch ich das Haus. Der Schnee knirscht bei jedem Schritt. Die Luft ist herrlich frisch! Ich atme tief ein. Eingepackt wie im tiefsten Winter. Haha. In dem Aufzug kann man entweder das Auto abkehren oder ohne Umwege zu einer Nordpol-Expedition aufbrechen. Ich entscheide mich fürs Auto abkehren. Vorerst. Dauert kaum 15 Minuten. Mir fehlt nämlich jedes Talent zum Auto abkehren. Ich kenn meine Kompetenzen, Auto abkehren gehört eindeutig nicht dazu. Egal, der Schnee ist irgendwann weg. Zumindest vom Auto. Die idyllische Schneefassade beginnt bereits zu bröckeln, büßt am Weg in die Firma noch einiges an Zauber ein um dann zu dem Zeitpunkt gänzlich zu verschwinden, an dem ich beim Aussteigen knöcheltief im graubraunen Schneeschlatz stehe. Warum bitte? Wer braucht denn Schnee in der Stadt? Er wird sowieso sofort mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft! Dem Schnee wird eindeutig signalisiert: „Wir wollen dich hier nicht! Verschwinde! Sofort!“

Da kann einem der arme Schnee fast leid tun. Er will doch nur spielen! Und die Kinder wollen mit ihm spielen. Aber für den Schnee ist das natürlich eine schwierige Situation. Er ist hin- und hergerissen. In „Should I stay or should I go“ geht´s in Wirklichkeit um den Schnee, der nicht weiß ob er bleiben oder gehen soll. Also beglückt er uns in kleinen Dosen. Grad immer nur so viel, dass sich die Erwachsenen denken: „Na gut, ist eh zu Mittag wieder weg.“, die Kinder schier hysterische Freudentänze aufführen und schneller angezogen sind, mitsamt Fäustlingen, Haube und Schal als man „Was willst du zum Frühstück?“, sagen kann.

Eigentlich war mein Erstgedanke am Beginn dieser Schreibe eindeutig contra Schnee. Aber jetzt, am Ende, find ich ihn eigentlich doch ganz schön. Ich hoffe er bleibt noch ein bisschen. Ich will noch einen Schneemann bauen! Und einen Schneeengel machen! Und eine Schneeballschlacht!

 

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