Erster Blogbeitrag

Hervorgehoben

„Jetzt schreib doch mal was!“ Diesen Satz hab ich so oft gehört, dass ich ihn beherzigt habe. Dann schreib ich halt mal was!

Mein Name ist Nicole, ich bin 40 Jahre alt und wohne in der Nähe von Wien. Ich bin Frau, Mutter, Lebensgefährtin, Chefin. Meine Interessen sind vielfältig und so soll auch dieser Blog sein.
Dieser Blog ist kein Mama-Blog. Er ist auch kein Food-Blog und auch kein Literatur- oder Movie-Blog. Er ist ein Allround-Blog! Mein Blog. Ich schreibe diesen Blog nicht um zu einem bestimmten Thema zu informieren. In erster Linie schreibe ich des Schreibens Willen. Um zu unterhalten. Mich und vielleicht auch andere.

 

Bad Moms

Es gibt viele Arten von Müttern. Solche die ihre Bestimmung in der Mutterschaft gefunden haben und am liebsten 18 Kinder hätten, weil sie es als erfüllend empfinden den Nachwuchs heranwachsen zu sehen und aufopfernd die eigenen Bedürfnisse hintenan stellen können. So eine bin ich nicht.

Es gibt Mütter, die eine Engelsgeduld aufbringen und nicht müde werden den Ablegern dies und das zum 820sten Mal zu erklärten. In ruhigem Ton. Solche die nie laut werden und alles mit einer Leichtigkeit schupfen. Kind, Beruf, Haushalt, Mann. Die mit einer Erhabenheit über den Ereignissen thronen und alles fest im Griff haben. So eine bin ich auch nicht.

Ich bin eher die Dauergestresste. Die, egal wo sie ist und was sie tun, immer das Gefühl hat eigentlich woanders sein zu müssen. Die deren Geduldsfaden schon um 6:23 so kurz ist, dass sie am Rande des Nervenzusammenbruchs steht. Abhängig von der Tagesverfassung. Ich bin die, die verzweifelt versucht alles unter einen Hut zu bringen und es allen recht zu machen versucht und dann doch immer wieder scheitert. Ich bin die, die oft an ihrer Fähigkeit eine gute Mutter zu sein zweifelt. Die der es nicht leicht fällt und die oft das Gefühl hat der Herausforderung nicht gewachsen zu sein. Auch wenn es von der Umwelt anders wahrgenommen wird. Ich bin die mit der permanenten Angst irgendwas falsch zu machen. Wozu es objektiv gesehen gar keinen Grund gibt. Ich bin eine, die gern perfekt wäre aber an den eigenen Ansprüchen scheitert. Das geht an die Substanz.

Aber ich bin nicht allein. Ich kenne ein paar Mütter, die sind wie ich. Wir haben uns durch Zufall gefunden. Jede ist einzigartig. Wir haben völlig unterschiedliche Berufe, verschiedene Lebensmodelle. Es ist schwer sich selbst seine Unzulänglichkeiten einzugestehen. Noch schwerer ist es, das vor anderen zu tun. Aber plötzlich merkt man, man ist nicht allein! Es gibt da noch andere, die genauso an sich zweifeln! Die mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben! Denen auch hin und wieder eine Situation entgleitet. Für die Selbstbestimmung seit der Geburt der Kinder auch ein Fremdwort geworden ist. Und man denkt: “ Was für ein Scheißglück, diese Frauen gefunden zu haben!“

Wir treffen uns einmal im Monat. Ohne Kinder! Wir gehen essen, plaudern, besprechen Probleme, geben uns Tipps. Wir unterstützen einander wenns mal eng wird. Bauen uns gegenseitig auf, nehmen uns in den Arm und atmen durch, weil wir wissen, wir sind nicht allein. Wir vertrauen einander. Wir bestärken und stützen uns. Wir sind weit entfernt von irgendeiner Perfektion. Aber das macht nichts. Wir sind halt bad Moms!

 

Muttertag

Seit ich selbst Mutter bin und das dazugehörige mittelgroße Kind den Kindergarten besucht, hab ich ab Mitte April meine liebe Not. Der Muttertag steht an und das Kind wird von außen dazu angehalten etwas mehr oder weniger Sinnvolles zu basteln und das findet unter größter Geheimhaltung statt. Das stresst den Nachwuchs ganz schön. Und mich eigentlich auch. Weil mir ist der Muttertag herzlich egal. Vielmehr hab ich eine recht ausgeprägte Abneigung gegen diesen Anlass.

Aus meiner Sicht ist der zweite Sonntag im Mai, ein Sonntag wie jeder andere und so geb ich mir größte Mühe kein großes Tamtam um diesen Tag zu machen. Ich will nicht geausflugt werden und ich will auch nicht irgendwohin gekarrt werden um dann mit zig Mitmüttern gefeiert zu werden. Ich mag einfach nicht. Ich mag lieber nach Schönbrunn fahren wenn nicht alle ihre Mama auslüften. Aber der Ableger strotzt nur so vor künstlich generierter Aufregung und somit kann ich den Tag nicht komplett unter den Teppich kehren und so tun als wäre nix. Ich freu mich auch brav über die Bastelarbeit, die zumeist aus geschulter, pädagogischer Hand stammt und lobe den Fleiß der darin steckt. „Das Meiste hat eh die Silvia gemacht.“ Naja zumindest ist sie ehrlich. Ich finds ja auch süß wenn sie so aufgeregt herumwuselt aber die Begeisterung hat eine eher kurze Halbwertszeit und endet mit den Worten: “ Was gibts zum Frühstück?“.

Kinder in diesem Alter sind leicht zu beeinflussen. Ihnen wird eingebläut, man habe die Mutter zu ehren an diesem einen Tag im Jahr.

Bitteschön man hat seine Mutter immer zu ehren. Ich tu das. Ich brauche keinen speziellen Tag dafür. Meine Mama ist eine fabelhafte Frau! Sie hat ihr Leben in die Hand genommen und mir vorgelebt, dass man sich nicht kleinmachen lassen darf. Dass man aufstehen und für sich einstehen muss! Und, dass es keinen Muttertag braucht um zu wissen, dass man einen großartigen Job macht. Ohne die unermüdliche Unterstützung meiner Mutter, und auch meines Stiefpapas, wäre vieles nicht möglich. Für mittelgroße Kinder ist die Ehrung mit der Übergabe eines zur Hälfte fremdgefertigten Dings und dem holprigen Vortrag eines Gedichts und/oder Liedes zumeist abgehandelt. Und dann ist alles wie immer! Mama ich hab Hunger. Mama kann ich was zu trinken? (Die Verwendung von unregelmäßigen Verben ist grad nicht so angesagt). Mama. Mama. Mama. Papa! Wo ist die Mama?

Ein perfekter Muttertag würde bei mir so aussehen: Ich kann ausschlafen solange ich will und kann den Tag dann so verbringen wie ich möchte. Optimalerweise allein. Qualitytime nur für mich. Planlos in den Tag hinein. Frühstücken gehen oder auch nicht. Ein Buch lesen oder auch nicht. Den ganzen Tag auf der Couch herumgammeln oder auch nicht. Vielleicht mit ausgewählten Mitmüttern einen Thermentag einlegen! 100% egoistische Untätigkeiten. Ununterbrochen von unzähligen Mamaaaaaaa-Rufen. Das wäre schön. Mich um nichts und niemanden kümmern zu müssen. Ohne ein schlechtes Gewissen zu haben! Mama hat frei am Muttertag. Damit hätt ich wirklich Freude! Und natürlich mit der mühevoll gestalteten Bastelei.IMG_5928

 

Mömö

Wenn Wien anders ist, ist Mödling anderserer. Besonders im Fasching. Weil hier wird er nicht nur gefeiert. Er wird zelebriert.

Im Geschäftsleben stellt sich im Großraum Mödling nur eine Frage: vor oder nach dem Fasching? Hier wundert das aber auch keinen! Wenn man nun aber viele Auswärtige als Kunden hat, wird man schon gefragt, ob man denn diese eine Woche auf Urlaub wäre. Ha! Urlaub! Es ist Fasching! Unsere Zeitrechnung ist eine andere. Geschäftszeiten werden ausgesetzt, die Terminplanung wird umgelegt. Alles was sich vorm Fasching nicht ausgeht, wird einfach um eine Woche verschoben. Die Stadt stellt sich drauf ein.

Schon Wochen vor dem Faschingssonntag werden aufwändige Dekorationen für die Umzugswägen gebaut und gebastelt. Es reicht nicht sich einen bunten Hut aufzusetzen. Lokale, Geschäfte, sogar Banken überlegen sich ein Motto und wählen die Kostüme danach aus.

Auch heuer betreuen die BFF und ich wieder durstige Gäste im Schrannenbeisl, einem alteingesessenen Lokal in der Innenstadt, das sich über die Jahre zu DEM Faschingslokal schlechthin entwickelt hat. Früher oder später zieht es jeden ins Beisl. Was auch ein bissi an uns liegt, wie ich mit Stolz behaupten darf. Seit mehr als zehn Jahren stehen wir zu diesem besonderen Anlass hinter unserer Bar und schreien, mal mehr mal weniger freundlich, Menschen an. Zum Teil, weil wir akustisch nicht verstehen was sie wollen. Zum Teil, weil sies nicht anders verdient haben.

Auch wir machen uns schon Wochen vor dem Tag X Gedanken über Verkleidungen. Zum einen muss man gut drin arbeiten können ohne sich zum Trottel zu schwitzen. Zum anderen solls auch ein bissi nett ausschauen, weil wir sind ja nicht unseres Trinkgeldes Feind. Ja, das ist berechnend. Natürlich! Wir machen das ja nicht zum Spaß. Fasching ist nicht lustig. Fasching ist harte Arbeit.

Am Sonntag geht´s also los. Eine Stadt im Ausnahmezustand. Wer von außerhalb anreist, sollte das besser mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder von mir aus mit dem Rad bewerkstelligen, weil Parkplätze gibt´s eher wenige. Schon vormittags sichern sich die Insider die besten Plätze entlang der Hauptstraße um den großen Umzug zu betrachten und sich mit Zuckerln bewerfen zu lassen. Man kann den mitmarschierenden Gemeinderat übrigens ganz hervorragend aus der Fassung bringen, wenn man zurückschießt. Also wirft mein ich. Zuckerl! Nach dem Umzug bricht der Wahnsinn dann ausnahmslos überall aus. Das wäre nun der beste Zeitpunkt sich schon mal vorsorglich in ein Lokal zu begeben, wenn man einen guten Platz an der Bar ergattern will. Etwas später könnte es nämlich passieren, dass man in keines mehr reinkommt. Fast alle Gastronomen setzen im Fasching mittlerweile auf eigene Türsteher um den Gästen  einen angenehmen Aufenthalt und den Kellnern das Arbeiten ansich zu ermöglichen. Wir haben dazugelernt über die Jahre und ein übervolles Lokal ist für niemanden gut.

Der Wahnsinn endet am Aschermittwoch, irgendwann in den frühen Morgenstunden, wenn wir das Schrannenbeisl dicht machen und in die alkoholgeschwängerte Morgenluft hinaustreten, in einen knöcheltiefen Morast aus Konfetti, Luftschlangen, Glasscherben und irgendwelchen Flüssigkeiten, deren Herkunft ich gar nicht so genau wissen will. Leise beginnt die Stadtreinigung mit der Beseitigung der Spuren der Nacht und schon wenige Stunden später ist der Fasching nur noch eine Ahnung in Form eines einzelnen Konfettis, das munter durch die Fußgängerzone tanzt. Bis ein Jahr später der erste Narr „MÖMÖ“, ruft und alles wieder von vorne anfängt. Aber bis dahin haben wir noch Zeit. Jetzt bringen wir erst mal den Fasching 2019, hoffentlich gut und friedlich, über die Bühne. Mömö!

Ausgebremst

Eigentlich hatte das Jahr echt gut angefangen. Eigentlich! Nachdem 2018 relativ chaotisch geendet hat und vieles erst wieder eine geregelte Bahn finden musste, gings wirklich gut los! Ich war voll motiviert mich der neuen Herausforderung zu stellen, meine neue selbstständige Selbstständigkeit anzunehmen und das Beste draus zu machen.

Als Mutter selbstständig zu sein hat so seine Vorteile. Man muss sich zum Beispiel keinen Pflegeurlaub nehmen wenn der Sposs mal kränkelt. Man muss nicht um Punkt Acht irgendwo auftricksen, außer man hat ein eigenes Geschäft mit fixen Öffnungszeiten, was ich nicht habe. Man kann kommen und gehen wann man will. Theoretisch! Der Nachteil an der Selbstständigkeit als Mutter ist nämlich, dass man sich keinen Pflegeurlaub nehmen kann und niemand die Arbeit erledigt, die erledigt werden muss damit sich das Ding irgendwie finanzieren lässt. Da ist man dann auf den guten Willen und grenzenloses Verständnis seitens der Kundschaft angewiesen und auf ein funktionierendes Netzwerk aus Freundinnen und Oma/Opa, die den Ableger trotz Fieberschüben hüten. Der Nachteil an der Selbstständigkeit ist nämlich, dass am Ende des Monats kein fixes Gehalt am Konto landet, die laufenden Kosten aber trotzdem laufen. Ob es nun ein guter oder schlechter Monat war, ist der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft herzlich egal. Wie auch dem Finanzminister und der Hausverwaltung. Naja. Das weiß man ja eh alles vorher. Irgendwie.

Jetzt wo ich das so schreibe, fällt mir auf, dass sich das mit der Selbstständigkeit ungefähr so verhält wie mit der Mutterschaft! Da sagt einem auch jeder vorher wie super das nicht alles ist! Diese Freiheit! Unbezahlbar. Stimmt genau. Du kannst dir alles selber einteilen! Naja fast. Wirst sehen, Kinder geben so viel zurück! Wann, wieviel und was frag ich mich. Mit Kindern ist man viel augeglichener! Naja finanziell mal nicht, soviel steht fest. Und sonst eigentlich auch nicht. Die freie Zeiteinteilung ist eine glatte Lüge. Vielmehr eingeteilt werden kann man eigentlich nicht. Und dann erntet man im Kindergarten noch böse Blicke, weil man nicht sofort aufspringt und Hurra schreit, wenn gefragt wird wer die vereinte Brut auf dem und dem Ausflug „freiwillig“ beaufsichtigen will und man sagt, dass man arbeiten muss, weil man kann sichs ja eh einteilen. Mhm.

Die Krux an meiner Selbstständigkeit ist grad die, dass das eigentlich immer gesunde, gut gelaunte, relativ entspannte, mittelgroße Kind seit fast durchgehend drei Wochen zuhause ist. Zuerst wurde es von einer boshaften Ohrenentzündung niedergestreckt, just in der Woche VOR den Semesterferien, dann waren besagte Ferien und nun hat es Fieber. Warum weiß keiner. Einfach so. Von jetzt auf jetzt. Und schon werden wieder Termine verschoben, wird um Nachsicht gebeten und werden Worst Case Pläne geschmiedet. Wer kann wann wie zur Krankenpflege einspringen, damit die ehrwürdige Frau Mutter mal ein paar Stunden arbeiten kann.

Den Schwung mit dem ich das Jahr begonnen hatte, hab ich leider etwas verloren im Gleitstück. Aber es liegen ja noch mehr als dreiviertel der Strecke vor mir! Da geht schon noch was. Tiefe Hocke, Druck aufn Tal-Ski und auf gehts!

Vorsätzlich

Ich bin ein echter Weihnachtsfan. Der Anti-Grinch sozusagen.

Ich bin die, die Ende Oktober schon alle Geschenke beisammen hat, verpackt mit Schleifchen und sortiert nach Empfänger. Die, die spätestens eine Woche vor Beginn der Adventszeit mindestens sechs verschiedene Sorten Kekse gebacken hat. Die, die die Wohnung weihnachtlich dekoriert hat bevor es im Radio zum ersten Mal Last Christmas spielt und die, die die ganze Zeit Weihnachtslieder summt mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Normalerweise.

Heuer war das anders. Irgendwie war der Hund drin. Ich bin nicht und nicht in Schwung gekommen, geschweige denn in Weihnachtsstimmung. Alles war stressig und das mag ich gar nicht, weil ich doch sonst so organisiert bin! Heuer hab ich alles auf den letzten Drücker erledigt. Die Geschenke wurden ganz schnörkellos zwischendurch verpackt. Am Freitag vorm ersten Advent hab ich schnell mal ein paar Kekse gebacken damit da am Sonntag irgendwas am Teller liegt und ein paar Christbaumkugeln dekorativ in der Bleibe verteilt, damit da wenigstens sowas ähnliches wie Stimmung aufkommen konnte. Und dauernd hatte ich im Hinterkopf, dass es eigentlich eh wurscht ist. Also wozu der ganze Stress? Ja, weil ichs halt gern schön hab zu Weihnachten verflucht nochmal! Ich mag das Funkeln der Dekoration im Kerzenschein. Den Duft von Keksen und Tee. Ich steh total auf diesen ganzen Kitschkram zu Weihnachten. Und dann sowas! Mir!

Entspannt hab ich mich erst wieder am 25. Dezember als alles erledigt war. Und selbst da verspürte ich noch sowas wie Restspannung, weil das Fest, das ich so gern mag, heuer einfach nicht so stattfinden wollte wie ich das gern mag.

Heute, am 31. Dezember, fasst man traditionell Vorsätze fürs neue Jahr, die man dann eh nicht einhält. Sind ja auch nur Vorsätze! Mein Vorsatz für 2019 ist: weniger ist mehr. Weniger Stress generell und besonders vor Weihnachten. Reduzieren aufs Wesentliche. Mehr Zeit als Familie. Mehr Zeit für mich. Mehr Zeit für Freunde. Weniger Fremdbestimmung. Eine Balance finden. Genau die fehlt mir nämlich. Und dann klappts auch wieder mit Weihnachten. Also hoch die Tassen! Auf ein gutes, neues Jahr!

Double Trouble

Es hat sich durchgesetzt. Das mittelgroße Kind hat so lange herumgejammert, gebettelt, lieb geschaut und uns regelrecht eingekocht, bis wir nachgegeben haben. Ich war eh von Anfang an dafür. Nur der Papa hat sich geziert. Aber auch der hat sich dann seinem Schicksal gefügt und so sind wir nun seit zweieinhalb Monaten die Mitbewohner von zwei rotgetigerten Katern. Zwar sind sie Brüder aber was sagt das schon aus. Die einzige Gemeinsamkeit ist die Farbe. Ansonsten sind sie ziemlich komplett unterschiedlich.

Der eine, Elwood, ist ein stattlicher Bub, der nur leider seine Dimensionen nicht einschätzen kann. Tief in seinem Herzen ist er immer noch das winzige Kätzchen, das ich Ende August von seinem Pflegeplatz geholt habe. Dass er aber mittlerweile gewaltig gewachsen ist, ignoriert er konsequent und fällt ständig irgendwo runter, weil die Couch nunmal ein Ende hat und das zufällig immer genau dort ist, wo er sich grad hingelegt hat.  Er verschätzt sich auch immer ziemlich genau um fünf Zentimeter, wenn er irgendwo raufspringen will. Er ist halt eher patschert, der Bub. Aber mutig! Sein bester Freund ist ein zotteliger Kunstfellpolster, weil der ist so schön kuschelig und an dem kann man auch ganz hervorragend nuckeln wenn mein kleiner Finger grad nicht zur Verfügung steht.

Der andere, Jake, ist deutlich kleiner und schlanker und ein Wiffzack. Er hat es schon von Beginn an geschafft die Küchenarbeitsplatte zu erklimmen, was Elwood erst seit etwa einer Woche gelingt, aber auch nur wenn das Stockerl, mit dem das mittelgroße Kind seine mittelgroße Körperlänge auszugleichen versucht, an der richtigen Stelle steht. Er ist überall dran und drauf und schlägelt sich elegant zwischen Gläsern durch ohne was umzuwerfen, eben ganz anders als sein Bruder der eher die Grazie eines Bulldozers aufweist. Sein Lieblingskuschelplatz ist meine Schulter und wenn es sein muss hockt er da auch oben während ich noch die Wäsche mach. Er fordert seine Schmuseeinheiten ein und setzt seine Forderungen, wenn es sein muss, auch mit Gewalt durch.

Das Leben ändert sich wenn sich die Familie vergrößert. Das gilt für Nachwuchs mit zwei Beinen und auch für vierbeinigen, wie wir gelernt haben. Allerdings bin ich mir nicht so sicher wer hier eigentlich wen erzieht. Weil Fakt ist, seit die Kater bei uns wohnen, hat sich einiges geändert.

Die Küche ist z.B. immer aufgeräumt. Also nicht dass es vorher ausgeschaut hätte wie Sau aber da ist schon mal ein Teller oder Topf stehen geblieben. Oder ein halbleeres Wasserglas hat des nächtens den Weg vom Couchtisch in den Geschirrspüler nicht mehr geschafft. Das vermeide ich mitterweile, weil Jake es voll lustig findet irgendwas im Glas zu versenken um es dann wieder rauszufischen. Auch bleibt nun die Badezimmertür geschlossen, wenn das Badewasser für das mittelgroße Kind bereitet wird, denn beide Kater sind alles andere als wasserscheu und haben sich schon je zweimal mit Hurra in die Fluten gestürzt. Darum fällt auch das vielgepriesene Wasserspritzerl als Erziehungsmaßnahme flach.

Wir haben zwei furchtlose, neugierige Energiebündel adoptiert. Charakterlich so einzigartig wie es auch jeder Mensch ist. Zwei Findelkinder auf der Suche nach einem Zuhause. Sie haben uns gefunden und unsere Herzen erobert mit lautem Schnurren.

Rabimmel Rabammel Na Bumm

Gestern war Laternenfest im Kindergarten. Nach dem offiziellen Teil sind die Kindergartenfreunde des mittelgroßen Kindes in den Büschen herumgeklettert. Ich wurde gefragt ob es auch klettern darf und meine Antwort war: “ Ja, aber schau wie du allein wieder runter kommst. Ich kraxel da sicher nicht rein.“ Natürlich hab ich mich im Endeffekt in die Büsche geschlagen und das Kind gerettet, weil es natürlich nicht alleine runter gekommen ist. ABER es hat es versucht! Und ich bin während dieses Versuchs daneben gestanden und hab zugesehen. Sehr zur Verwunderung einer Mitmutter, die mich mit großen Augen angeschaut hat, weil ich mich nicht sofort beim ersten „Ich kann das nicht“, todesmutig ins Gestrüpp geworfen habe um mein Kind vom Ast zu pflücken. Ich kenn mein Kind ja. Es schwankt ständig zwischen grenzenloser Selbstüberschätzung und verzweifelter Resignation. Es ist nicht wahnsinnig experimentierfreudig. Wenn es dann mal von sich aus auf diesen Busch klettern will, soll es das bitte machen und bei der Gelegenheit gleich lernen wie man aus einer Situation, in die man sich selbst hineinmanövriert hat, wieder rauskommt. Wenn alle Stricke reißen, ist die Mama da!

Das scheint auf den ersten Blick vielleicht hart aber ich bin halt nicht so der Hubschraubermuttertyp. Nein. Helikopter heißt das! Ich möchte dem mittelgroßen Kind Selbstvertrauen mit auf den Weg geben. Von dem wurde nicht so wahnsinnig viel mitgeliefert in der Basisversion. Dürfte Sonderausstattung sein. Ob das der richtige Weg ist, weiß ich nicht. Vielleicht überfordere ich sie manchmal aber am Ende ist sie stolz auf sich, weil sie sich was getraut hat. Dabei gehts mir auch darum, dass es mir wichtig ist ihr zu vermitteln, dass es ganz gut ist wenn man hin und wieder nicht so verkopft agiert sondern einfach macht und dann sieht man eh was draus wird. Weniger was wäre wenn, mehr schaun ma mal dann sehn wirs eh. Einfach mal über den Schatten ins kalte Wasser des Bundessportzentrums springen und schwimmen lernen, obwohl man niemanden kennt. Vielleicht trau ich ihr manchmal mehr zu als sie sich selbst, aber ist das nicht unsere Aufgabe als Eltern den Kindern zu zeigen, dass wir an sie glauben? Dabei muss man natürlich immer auch realistisch bleiben. Man kann nämlich zum Beispiel nicht alles werden was man will. Meerjungfrau oder Einhorn scheiden automatisch als Berufswunsch aus, aber das merkt sie dann von allein irgendwann. Bis sie das checkt werde ich wohl weiter augenrollendes Kopfschütteln anderer Eltern ernten wenn ich drauf besteh, dass sie an sich glaubt, so wie ich es tu.

Der Nachtrag

„Der Blog ist super aber du hast das Spiel mit keinem Wort erwähnt.“ Wo er recht hat, hat er recht! Und weil das eh selten genug passiert, soll er seinen Willen haben.

Ich wollt dem Spiel nur eine eigene Schreibe widmen, immerhin war das der wahre Grund der Londonreise. Das Spiel war das NFL Match Seahawks gegen Raiders. Beide nicht unsere Mannschaften, aber seis drum! Dabei sein ist alles. Wenn mans schon nicht ins Amiland schafft um so ein Match zu sehen, muss man die Gelegenheiten, die sich einem sonst bieten am Schopf packen und das heißt dann konkret: Flug und Hotel im Jänner buchen und dann bis September warten und hoffen, dass man Tickets zum Spiel ergattert. Sonst hat man eben nur ein nettes Wochenende in London gebucht.

Wir hatten saumäßiges Glück mit den Karten. Natürlich war die Ticketplatform heillos überlastet und die Karten waren innerhalb von Minuten ausverkauft. Keine Karten für Nicole & Richi. Was für eine Niederlage. Da kam der rettende Anruf unseres hochgeschätzten Ichbuchdiralleswasduwillst-Wunderwutzis Christian Schmid: er hat Tickets für uns! Großer Jubel! Wochenende gerettet!

Sonntag, 14.10.2018. Gameday! Endlich! Bei bestem Londoner Wetter, also Nieselregen und Temperaturen unter 12 Grad Celsius, haben wir uns auf den Weg gemacht zum legendären Wembley Stadium. Das ist schon groß! Davor und drumherum: eine ziemlich fette Fanarea mit allem was so dazu gehört. Fanartikel, Bier, Snacks. Wir natürlich völlig immun, weil ich bind mir sicher keinen Schal um auf dem Seahawks:Raiders steht. So kalt kanns gar nicht sein! Außerdem waren wir noch im örtlichen Sportgeschäft und hatten uns mit New England Patriots-Fanartikeln eingedeckt. Die, die wir schon hatten, waren zuhause geblieben in der Annahme, dass wir sie nicht brauchen. Aber nachdem wir nach unserer Ankunft festgestellt hatten, dass die Stadt voll ist mit Footballfans, von denen jeder das Jersey seiner Lieblingsmannschaft an hat, haben auch wir Farbe bekannt. Beim American Football ist es glücklicherweise nicht so, dass man Gefahr läuft einen Streit zu provozieren, nur weil man das falsche Shirt trägt! Ein Grund warum ich diese Sportart so mag!

Nach einem eiskalten Budweiser, ein Glühwein wär mir lieber gewesen, mit Wunderwutzi Christian und gleichzeitiger Kartenübergabe gings rein ins Stadion. Hab ich erwähnt, dass das echt groß ist? Der Einlass war sehr organisiert und sehr friedlich, was auch zu erwarten war. Unsere Plätze haben wir schnell gefunden und dann der erste Blick aufs Spielfeld. Bist. Du. Deppert. Ich war ja noch nicht in vielen Stadien. Am öftesten im ehrenwerten Ernst-Happel-Stadion zu Wien. Das passt da gefühlt zweimal hinein. Locker. Dieses Wembley Stadion ist so groß! Wir haben uns noch bei einer der unzähligen Futterstellen Hot Dogs und Bier organisiert und dann gings auch schon los! Den Spielverlauf kann man schnell zusammenfassen: eher mau. Aber das war uns nicht so wichtig. Die Stimmung war grandios! Die Atmosphäre unbeschreiblich! Die Nachos fabelhaft! Blöderweise ist die Bierleitung in der Halbzeit versiegt. Wie das passieren kann, ist mir ein Rätsel. Zumal so ein Football-Match ja schon ein paar Stunden dauern kann. Aber das Pale Ale aus der Dose war dann auch ok. Generell hat sich das hauseigenen Ausgabepersonal nicht grad durch Schnelligkeit und Motivation ausgezeichnet. Hätten sie noch langsamer gearbeiten, hätten sie sich in der Zeit rückwarts bewegt. Das war aber auch schon der einzige Negativpunkt über den ich berichten kann.

Beim Endstand von 27:3 waren wir schon am halben Weg zur U-Bahn. Nicht nur wir waren so schlau und sind ein bissi früher gegangen. Die Idee hatten auch ca. 40.000 andere Zuschauer. Obwohl ich, vielleicht bedingt durch meine Körperkürze, Menschenmengen nur ganz schlecht ertrage, war der Auszug absolut ok. Zwar viele Leute aber kein Gedränge oder Geschubse. Langsam aber stetig hat sich die Fan-Wurst in Richtung Station bewegt, wurde immer wieder mal gestoppt und stückchenweise zur Bahn vorgelassen. Wieder alles sehr organisiert und friedlich. Einer der Ordner hatte dann noch die grandiose Idee über sein Megafon Musik abzuspielen, was die Menge dazu gebracht hat VMCA zu tanzen, was für sich schon wieder ein Erlebnis war! Kaum zwei Stunden später waren wir auch schon in unserer Unterkunft am anderen Ende der Stadt angekommen. Durchgefroren aber glücklich und mit der fixen Idee: das machen wir nächstes Jahr gleich nochmal!

 

London calling…

 

In diesem Moment sitze ich, flankiert vom Lebensabschnittspartner und einem mir unbekannten Mann, in einem Flugzeug Richtung Wien. Das ist nach diesem Wochenende kein Problem, weil es ist der Rückflug von London.

Ja, wir haben das vergangene Wochenende in der Stadt an der Themse verbracht. Es war mein vierter Londonaufenthalt und jeder hat sich vom anderen unterschieden. Bei jedem Aufenthalt empfinde ich die Stadt anders, was sicher was mit meinem steigenden Alter zu tun hat. Mit 18 waren mir die Menschenmassen noch egal, im Gegenteil! Je mehr Menschen desto besser!

Heute hat sich das grundlegend verändert und so hatte ich schon auf der Fahrt vom Flughafen zum Piccadilly Circus mehr Körperkontakt zu fremden Leuten, als ich überhaupt jemals haben wollte. Ich hatte mal ein Haar im Mund und es war nicht von mir…wäääääh! Es ist eng geworden in London. Und laut! Unglaublich laut! Und so ist es nicht verwunderlich, dass man in der U-Bahn kaum jemanden ohne Kopfhörer sieht. Der Lebensabschnittspartner meinte, das wäre eh in Wien auch so. Dabei frag ich mich woher er das weiß, weil ich weiß, dass er noch seltener mit Öffis fährt als ich und ich mach das schon nie. Aber egal. Hier geht’s jetzt um London.

Bei meinem ersten Besuch war ich ca. 18. Gemeinsam mit einer Freundin habe ich die Stadt unsicher gemacht…oder habe es zumindest versucht, was aber durch ein unmoralisches Angebot auf einen Burger King Kaffeebecher gekritzelt, vereitelt wurde. Aber wir waren topmotiviert! Und obwohl es dieses seltsame Angebot gab damals, hab ich die Stadt, oder vielmehr die Bewohner, trotzdem als unglaublich höflich und freundlich empfunden. Heutzutage wird man schon am Flughafen dazu aufgefordert das Flughafenpersonal nicht anzupöbeln. Wenn auf sowas selbstverständliches hingewiesen werden muss, ist doch irgendwas faul. Im Wembley Stadium gibt es eine eigene Hotline, bei der man „Unhöflichkeiten“ aller Art melden kann. Nicht falsch verstehen, ich finde das gut! Aber was bedeutet das für eine Gesellschaft?

In den öffentlichen Verkehrsmitteln werden Frauen dazu aufgefordert, auf Kopfhörer zu verzichten am Heimweg, um mögliche Angreifer zu hören. Ich weiß nicht wie hoch die Kriminalitätsrate ist. Ich habe mich nicht unsicher gefühlt. Zum Einen natürlich durch die permanente Anwesenheit des Lebensabschnittspartners und zum Anderen, weil ich noch immer darauf vertraue, dass man immer so behandelt wird, wie man andere behandelt. Dass das blauäugig und naiv ist, weiß ich selber. Aber so bin ich halt! Der personifizierte Optimismus.

Dieser Aufenthalt hat sich aber noch durch etwas Grundlegendes von den ersten drei Besuchen unterschieden. Der fast völligen Sightseeingfreiheit! Zum ersten Mal war es mir, oder besser uns, möglich ohne Zeitdruck durch die Stadt zu flanieren. Mal da und dort Pause zu machen, einen Kaffee zu trinken oder eher ein Bier, etwas zu essen, da und dort in einem Geschäft zu stöbern. Wir konnten die Stadt einfach genießen! Nicht zuletzt durch die Assistenz eines lieben Freundes, der seit ein paar Jahren in London lebt und uns in so manches Lokal geführt hat, in das wir sonst wahrscheinlich nicht gefunden hätten! Was für ein unterhaltsamer, kulinarisch wertvoller Abend!

London ist immer einen Besuch wert. Leben möchte ich dort nicht. Gut, eigentlich möchte ich in überhaupt keiner Großstadt mehr leben. Ich hab gern Platz und Ruhe. Ein Landei halt. Ich will nicht mehr eineinhalb Stunden Anfahrt zur Arbeit haben. Und zurück auch nicht. Ich genieße den Luxus eines freien Parkplatzes zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das Wissen, dass ich mich jederzeit ins Großstadtgetummel stürzen könnte, wenn ich nur wollte, reicht schon völlig.

Aber für so ein Wochenende hat das schon was. Besonders wenn man sich nichts mehr anschauen muss und man sich jederzeit rausnehmen und den Wahnsinn quasi von außen anschauen kann. Wir wollten am Sonntag, aufgrund des typisch englischen Wetters, ins British Museum. Zuviele Touristen. Na dann nicht. Völlig wurscht, das wird schon noch länger stehen! U-Bahn vollgestopft, wurscht, wir nehmen die Nächste! Wir sind die bekannten Einkausstraßen rauf-  und runtergelatscht, was wir daheim nie machen würden! Völlig entspannt. Vielleicht hat auch das Wissen, dass es bestimmt ein nächstes Mal in dieser engen, lauten Stadt geben wird den Druck rausgenommen. Das ist eigentlich eine unglaubliche Freiheit, die wir da genießen. Und die ist, wie wir wissen, unbezahlbar.

Vernetzt

Ich bin tatsächlich so alt, dass ich mich an die Anfänge des Internets erinnern kann. Also an die Zeit zu der diese arge Sache einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. An die Geräusche, die ein 15K Modem gemacht hat, beim Versuch sich zu verbinden. Man ist gebannt vorm PC gesessen und hat gehofft, dass es klappt! Das hat auch richtig Geld gekostet, so eine Internetverbindung. Wenn man zuhause sowas hatte, war man der Hero bitte! Eingesetzt hat man es aber sparsam, weil teuer. Lieber im Büro und da auch nicht dauernd, weil das Festnetz in der Zeit nicht ging und einen der Chef nicht erreichen konnte. Handy hatte man ja noch keins! Ha!

Heutzutage ist das unvorstellbar. Die Wolke ist überall und gibt es irgendwo kein Gratis-Wlan muss man sich auf einen wütenden Mob gefasst machen, der mit unzähligen Smartphones herumfuchtelt und auf sein Grundrecht auf Internet pocht. Gestern hab ich gesehen, dass es in der Badner Bahn Wlan gibt. In der Badner Bahn bitte! Der Straßenbahn, die die Provinz mit der großen, bösen Stadt verbindet. Nicht falsch verstehen, ich mag die Provinz. Immerhin wohn ich absichtlich da. Aber die Badner Bahn hat für mich schon was steinzeitliches. Diese alten Garnituren in beige/blau haben was von Omas Wohnzimmer. Ein bissi alt, ein bissi verstaubt aber liebenswürdig. Und dann haben die voll Wlan! Da schnallst du ab!

Immer reden alle von der schlimmen Jugend, die ohne Smartphone und dazugehöriges Netz quasi nicht lebensfähig wäre. Deren Leben sich mehr auf den sozialen Netzwerken abspielt als im echten Leben. Wenn ich mich aber am bald 41-jährigen Naserl nehm, muss ich ehrlicherweise zugeben, dass das verflucht praktisch ist. Wikipedia ist mein Freund, seit Google Maps hat das gute TomTom ausgedient, ich spiel echt gern Mahjong und von Whatsapp red ich erst gar nicht. Wenn das mittelgroße Kind einmal die Woche im Schwimmkurs ist, vertreib ich mir die Zeit mit spielen. Ich schau sogar extra ob ich eh genug Akku hab. Das steht auf der Horrorszenarioliste für Smartphone-User gleich an zweiter Stelle.

  1. Kein Netz
  2. Akku leer
  3. kein Ladekabel

Die Vollprofis haben natürlich eine Power-Bank dabei und lachen über solche Amateure wie mich aber irgendwann muss dann schon ein Punkt gemacht werden. Die Jugend ist wahrscheinlich gar nicht so schlecht wie ihr Ruf. Ich bin nur genervt wenn sie im Schneckentempo über den Zebrastreifen trotten obwohl die Fußgeherampel schon lang rot ist, und jeder das Telefon vorm Gesicht hat. Wenn man, so wie ich, in einer Schulstadt lebt, wo die Pubertiere in Rudeln auftreten, kann einem das schon den vorletzten Nerv kosten. Aber so ändern sich halt die Zeiten! Wir sitzen ja auch nicht mehr in Säbelzahntigerfelle gehüllt ums Lagerfeuer. Früher hat sich die Familie um den Volksempfänger versammelt. Und warum? Weils nix anders gab. Heute hat jeder seinen Netflix Account und das hat doch auch was kommunikatives! Allein die stundenlangen Diskussionen welche Serie als nächste geschaut wird.

Es hat sich schon viel getan in den letzten 20 Jahren. Nicht jede Entwicklung war gut aber die Welt verändert sich eben. Wer weiß was uns noch erwartet! Ich finds spannend.